Seit1156in Wehlen
Vom Herkunftsnamen aus der Eifel über Schöffen und Winzer an der Mittelmosel, die Sonnenuhr von 1842 und den Stammvater Mathias Prüm bis zu den Weingütern, deren Namen heute in aller Welt gelesen werden.
Der Name Prüm gehört zu den ältesten Winzernamen an der Mosel. Seine Geschichte reicht in eine Zeit zurück, in der an den steilen Hängen der Mittelmosel längst Wein wuchs — lange bevor er zum Mythos wurde.
01Die frühesten Spuren
Die Familie lässt sich urkundlich bis ins 12. Jahrhundert zurückverfolgen; 1156 erscheint sie erstmals in Wehlen. Der Name selbst leitet sich vom Ort Prüm in der Eifel ab, dessen Abtei seit dem 8. Jahrhundert geistliches und wirtschaftliches Zentrum der Region war und Weinberge an Mosel und Ruwer besaß (mehr zum Namen).
Ob die frühen Namensträger im Moselraum bereits direkte Vorfahren der heutigen Winzerfamilie sind, lässt sich nicht in jedem Fall nachweisen — die Quellenlage ist für diese Zeit dünn.
02An der Mosel
Gesichert ist, dass im 16. und 17. Jahrhundert mehrere Träger des Namens in Bernkastel, Wehlen und Graach urkundlich erscheinen — als Winzer, Müller, Schöffen und Kirchenvertreter. Die Familie war tief verwurzelt in der bäuerlich-handwerklichen Kultur der Mosel.
Der Aufstieg zur Winzerdynastie begann, als die Prüms bedeutende Weinbergslagen rund um Wehlen und Graach erwarben. Eine Gelegenheit bot die französische Zeit: Am 24. Juni 1803, dem ersten Verkaufstag der Nationalgüter im Kanton Bernkastel, ersteigerte der Wehlener Winzer Johann Philipp Prüm zusammen mit drei Nachbarn das kurfürstliche Haus mit zwei Keltern in Wehlen (die Akten auf moselriesling.com).

03Die Sonnenuhr
Ein Schlüsseldatum ist das Jahr 1842: Jodocus Prüm (1807–1876) lässt im schon damals geschätzten Steilhang gegenüber von Wehlen eine Sonnenuhr in den Schieferfels setzen. Sie gibt der Lage ihren Namen — Wehlener Sonnenuhr — und ist bis heute eines der bekanntesten Wahrzeichen des deutschen Weinbaus.
Leben und Werk des Erbauers erzählt die Schwesterseite jodocus.de.

04Mathias Prüm und die sechs Kinder
Der eigentliche Stammvater der heutigen Winzerdynastie ist Mathias Prüm (1819–1900). Mit seiner Frau Katharina Pauly hatte er sechs Kinder, die jeweils eigene Linien begründeten — die sechs Stämme, auf die sich die Familie heute zurückführt.
Aus ihnen gingen die Weingüter hervor, die heute zum Erbe der deutschen Weinkultur zählen: Joh. Jos. Prüm, S. A. Prüm, Christoffel-Prüm, Studert-Prüm — und über verwandtschaftliche Verbindungen auch Dr. Loosen und Robert Weil.
05Die Familie heute
Auch wenn die sechs Stämme heute in viele Zweige ausdifferenziert sind, verbindet sie das gemeinsame Erbe: der Weinbau an der Mosel, der Riesling und die Bewahrung einer Kultur, die ihre Wurzeln tief in die Landschaft geschlagen hat. 2007 gründete die Familie eine gemeinsame Stiftung.



06Zeitleiste
- 721Gründung der Abtei Prüm in der Eifel, Namensgeberin der Familie.
- 1156Erste urkundliche Erwähnung der Familie Prüm in Wehlen.
- 16./17. Jh.Prüms als Winzer, Müller und Schöffen in Bernkastel, Wehlen und Graach.
- 24. Juni 1803Johann Philipp Prüm ersteigert mit drei Nachbarn das kurfürstliche Kelterhaus in Wehlen.moselriesling.com
- 1819Geburt von Mathias Prüm, Stammvater der sechs Stämme.
- 1842Jodocus Prüm setzt die Wehlener Sonnenuhr in den Fels.jodocus.de
- 1900Tod von Mathias Prüm.
- 1911Die Weingüter Joh. Jos. Prüm und S. A. Prüm entstehen aus dem Wehlener Stammgut.
- 1949Erster absichtlich erzeugter Eiswein der Mosel — Joh. Jos. Prüm, Wehlener Sonnenuhr.moselriesling.com
- 1969Dr. Manfred Prüm übernimmt Joh. Jos. Prüm.
- 2007Gründung der Stiftung der Familie Prüm.
Weiterlesen auf moselriesling.com